Webcam soll Pavillon sicherer machen

erschienen am Montag 23.11.2009 in der Salzgitter-Zeitung

Unbekannte werfen Erde in Stahlwanne des Gradierwerks – Leuchten installiert, Bänke kommen bald

Von Peter Gamauf

SALZGITTER-BAD. Der schmucke Gradierpavillon im Rosengarten ist vier Wochen nach der Inbetriebnahme zum erhofften Anziehungspunkt geworden. Allerdings machen kleine Anzeichen von Vandalismus auch nachdenklich.

"Sehr betrübt" hat Joachim Sievers registriert, dass Unbekannte größere Mengen Erde in die Edelstahlwanne geworfen haben, in die die über Schwarzdornreisig verrieselte Sole tropft. "Dadurch wurde das Rohrleitungssystem verstopft", sagt der Vorsitzende des Bürgervereins Bad Salzgitter. Der Verein ist Bauherr des Pavillons, den Bürger mit Spenden finanzierten. Die Anlage stand einen Tag still, Mitarbeiter einer Firma machten die Rohre frei.

Von der Stadtstreife erfuhr Sievers nun auch von kleineren Filzstift-Schmierereien auf dem Holz des Pavillons. "Ich gehe davon aus, dass sie mit etwas Sandpapier entfernt werden können" sagt er, nachdem er die Kritzeleien gesehen hatte.

Diese beiden Vorkommnisse zeigten jedoch, dass die von der Stadt angekündigte Webcam, eine Kamera, die Bilder ins Internet überträgt, dringend gebraucht werde. Sie könne mögliche künftige Übeltäter abschrecken, weil sie fürchten müssten, erkannt zu werden, sagt Sievers.

"Ich rechne damit, dass eine Kamera relativ kurzfristig installiert wird", sagt dazu Claus-Peter Knabe, bei der Stadt Referatsleiter Wirtschaft und Statistik. "Wir prüfen die rechtlichen Voraussetzungen, die Finanzierung und einen möglichen Standort." Allerdings, so Knabe, gehe es der Stadt in erster Linie darum, den Pavillon auf ihrer Internet-Seite unter touristischen Aspekten zu vermarkten. "Es wäre aber ein guter Nebeneffekt, wenn dadurch Beschädigungen verhindert werden könnten", sagt er.

Der gleichen Meinung ist auch die Salzgitteraner Polizei. "Der Rosengarten liegt nach wie vor auf der Route unserer Streifen", ergänzt Polizeisprecher Rüdiger Ulrich, dieser Ort werde nach den jüngsten Berichten verstärkt kontrolliert.

Möglichst viel Publikum im Rosengarten: Auch das könne Vandalismus verhindern helfen, sagt Joachim Sievers. An Menschen, auf die der Pavillon wie ein Magnet wirkt, mangelt es nicht. "Es ist ein stiller, schöner Anziehungspunkt geworden", sagt Sievers. Er weiß, dass Bürger, die in der Altstadt einkaufen, ihre Route ändern, um beim Pavillon vorbeizuschauen. Andere kämen täglich, auch aus dem Umland, um eine Viertelstunde die salzige Luft zu genießen, die Atemwegsbeschwerden lindern kann.

"Manche bringen Klappstühle mit, weil sie nicht auf den kalten Steinen sitzen wollen", sagt Sievers, "aber die Bänke kommen bald." Bereits installiert sind die drei Strahler, die das Innere der Dachkonstruktion von unten beleuchten - auch das ein Beitrag zur Sicherheit.

"Der Betrieb läuft noch nicht ganz störungsfrei", räumt Sievers ein, es habe Aussetzer gegeben. Im Hinblick auf die Technik sei noch nicht genügend Erfahrung gesammelt worden, um von Routine sprechen zu können. Firmen sind damit beauftragt worden, die Defizite zu beseitigen.